Auch wenn Ihr Kind an einem anderen Ort lebt: Sie sind und bleiben für Ihr Kind wichtig.
Wenn ein Kind oder ein Jugendlicher außerhalb der Familie lebt, ist das für viele Eltern und Angehörige eine belastende Situation. Vielleicht machen auch Sie sich Sorgen. Vielleicht fühlen Sie sich verletzt, erschöpft oder unsicher, wie es nun weitergeht. Oder Sie haben Angst davor, dass die Verbindung zu Ihrem Kind unter der Situation leidet. Unsere hier verlinkte Online-Broschüre und die nachfolgenden Informationen sollen Ihnen dabei helfen unsere Arbeit besser zu verstehen.
Uns ist wichtig, dass Sie wissen: Die Unterbringung durch down-up! bedeutet nicht, dass Sie als Mutter, Vater oder Bezugsperson an Bedeutung verlieren. Im Gegenteil. Gerade jetzt braucht Ihr Kind verlässliche Beziehungen und Menschen, die Verantwortung übernehmen und zusammenarbeiten. Kinder spüren sehr genau, wer sie unterstützt, auch wenn dies aus der Ferne geschieht.
down-up! begleitet Kinder und Jugendliche in Betreuungsstellen. Ziel ist es, jungen Menschen Schutz, Stabilität und neue Entwicklungsmöglichkeiten zu geben – und gleichzeitig Beziehungen möglichst zu erhalten und behutsam weiterzuentwickeln.
Viele junge Menschen, die zu down-up! kommen, haben eine schwierige Zeit hinter sich.
Manche sind schnell überfordert, ziehen sich oft zurück, reagieren mit Wut, Unsicherheit oder Misstrauen. Alle bringen unterschiedliche Erfahrungen, Belastungen, Stärken und Bedürfnisse mit.
Deshalb arbeitet down-up! individualpädagogisch. Kinder oder Jugendliche leben in einem kleinen, überschaubaren Rahmen mit zuverlässigen Bezugspersonen, klaren Strukturen und einem Alltag, der genau zu ihrer Situation passt.
Den Kindern oder Jugendlichen werden kontinuierlich pädagogisch ausgebildete Bezugspersonen an die Seite gestellt. Es gibt klare Strukturen und verlässliche Beziehungen.
Während der gesamten Betreuung Ihres Kindes gibt es Koordinator:innen, die den Entwicklungsverlauf begleiten und gleichermaßen für die Eltern sowie die jungen Menschen ansprechbar sind.
In der Regel haben Sie die für Sie zuständige Person bereits kennengelernt. Sie berät Sie bei allem, was mit der Aufnahme Ihres Kindes bei down-up! zusammenhängt.
Sie unterstützt Sie unter anderem:
Viele Eltern schätzen es, Ansprechpartner:innen bei down-up! zu haben, die erreichbar bleiben und Entwicklungen verständlich erklären. Wichtig für Sie ist zu wissen, dass sämtliche Informationen, die Sie ihm oder ihr anvertrauen vertraulich behandelt werden.
Wenn Ihr Kind an einem anderen Ort lebt, bleibt die verlässliche Zusammenarbeit mit Ihnen dennoch ein wichtiger Teil des Konzepts. In der Betreuungsstelle existieren eigene Abläufe und Regeln. Uns ist wichtig, dass Sie den pädagogischen Ansatz nachvollziehen und mittragen können. Ihre kreativen Anregungen und Ideen können Sie einbringen. Schließlich wollen wir Ihr Kind gemeinsam bestmöglich fördern.
Dabei gibt es sicherlich auch einmal unterschiedliche Sichtweisen, Sorgen oder Konflikte. Das ist normal. Wichtig ist, dass wir im Kontakt bleiben.
Hilfeplangespräche
Bei regelmäßigen Hilfeplangesprächen kommen Jugendamt, Eltern, Kinder, ggf. der Vormund und down-up! zusammen. Vor den Gesprächen erhalten Sie einen aktuellen Entwicklungsbericht. Darin geht es darum:
Zu den Gesprächen dürfen Sie übrigens auch eine Person Ihres Vertrauens mitbringen. Die Ergebnisse des Gesprächs werden in einem Protokoll festgehalten und alle Teilnehmer:innen erhalten anschließend davon eine Kopie. Das Hilfeplanprotokoll sollten Sie dann gut prüfen und bei Unstimmigkeiten oder Einwänden mit uns und/oder dem Jugendamt Kontakt aufnehmen.
Sie als Eltern oder nahe Angehörige haben klar definierte Rechte. Bei der Neuaufnahme Ihres Kindes erhalten Sie von uns eine Informationsschrift, in der Sie alle wesentlichen Informationen aufgeführt finden. Neben den Elternrechten werden die Möglichkeiten der Zusammenarbeit, interne sowie externe Beschwerdewege und -möglichkeiten erläutert. Ein gutes Arbeitsbündnis und ein vertrauensvolles Miteinander zwischen down-up!, Eltern und Jugendamt ist eine wichtige Grundlage für den Erfolg einer Hilfe. Sollten Sie sich dennoch einmal nicht ausreichend eingebunden fühlen, so ist es uns wichtig, dass Sie wissen, dass Sie grundlegende Rechte haben, die Sie einfordern können.
Zu Ihren Rechten gehören unter anderem:
Die Pflege und Erziehung der Kinder ist durch Artikel 6 des Grundgesetzes besonders geschützt. Dort wird klargestellt, dass: „das natürliche Recht der Eltern und die zuförderst ihnen obliegende Pflicht“ eine starke Absicherung genießt, dass allerdings der Gesetzgeber über deren Betätigung wacht und ein Kind auch „gegen den Willen der Erziehungsberechtigten“ von der Familie trennen kann.

Wie gehe ich vor, wenn ich unzufrieden bin?
Fragen, Sorgen oder Kritik dürfen und sollen offen angesprochen werden. Oft lassen sich Missverständnisse im direkten Gespräch klären. Erste Ansprechpartner:innen sind die zuständigen Koordinator:innen. Wenn Konflikte bestehen bleiben oder Sie sich nicht ausreichend gehört fühlen, können Sie sich auch an die pädagogische Leitung, die Rufbereitschaft, das Jugendamt und den Vormund wenden. Die Kontaktdaten finden Sie auf der Seite im „Kontaktkasten“.
Wichtig ist uns: Beschwerden sollen nicht belasten oder „gegen jemanden verwendet“ werden. Sie helfen dabei, Probleme frühzeitig wahrzunehmen und Lösungen zu finden.
Verliere ich mein Kind durch die Jugendhilfe?
Nein, genau das soll nicht das Ergebnis sein. Ziel der Hilfe ist nicht, Eltern zu ersetzen. Ziel ist es, junge Menschen zu stärken, zu stabilisieren und eine gute Entwicklung des Kindes und der Kind-Eltern-Beziehung zu ermöglichen.
Wie oft kann ich mein Kind sehen?
Das wird gemeinsam mit allen Beteiligten vereinbart. Entscheidend ist dabei immer, was dem Kind aktuell am meisten hilft und guttut.
Was meint eigentlich Betreuungsstelle? Was für ein Lebensumfeld hat mein Kind dort?
Die Betreuungsstellen von down-up! sind familienähnliche Lebensorte mit überschaubaren Strukturen und festen pädagogisch ausgebildeten Bezugspersonen.
Dort erleben junge Menschen:
Gleichzeitig bleibt wichtig, dass Kinder und Jugendliche ihre Herkunft, ihre Familie und ihre bisherigen Beziehungen nicht verlieren. Dafür setzen wir uns konsequent ein. Versprochen.
Wer entscheidet über wichtige Fragen?
Wichtige Entscheidungen werden im Hilfeplanverfahren gemeinsam mit Jugendamt, Eltern, ggf. Vormund, Kindern bzw. Jugendlichen und down-up! abgestimmt.
Was passiert mit unseren Daten als Eltern?
Alle persönlichen Informationen werden vertraulich behandelt und unterliegen dem Datenschutz.
Was passiert bei Krisen oder Konflikten?
Dann wird gemeinsam geschaut, welche Unterstützung notwendig ist. Dafür gibt es feste Ansprechpartner, klare Verfahren und externe Beschwerdemöglichkeiten.
