Was ist der Unterschied zwischen einer Betreuungsstelle und einer Pflegefamilie?
Eine Betreuungsstelle ist eine professionell begleitete, familienanaloge Hilfe mit einem stärkeren pädagogischen Auftrag als eine Pflegestelle und enger Anbindung an einen freien Jugendhilfeträger wie down-up!, häufig für junge Menschen mit komplexeren Unterstützungsbedarfen. In einer Betreuungsstelle ist es erforderlich, dass eine Person eine pädagogische Fachkraft ist (Erzieher:in, Sozialarbeiter:in…) und der Träger benötigt eine Betriebserlaubnis durch das zuständige Landesjugendamt. Betreuungsstellen werden professionell vergütet.
Eine Pflegestelle ist ein familiäres Laiensetting, es müssen also keine pädagogischen Fachkräfte dort vorhanden sein. Pflegestellen werden durch Jugendämter oder auch durch einen freien Träger der Jugendhilfe fachlich begleitet und benötigen vom Jugendamt eine Pflegeerlaubnis. Sie erhalten eine Aufwandsentschädigung. Sie werden sorgfältig ausgewählt, vorbereitet und durch das Jugendamt oder einen freien Träger begleitet, übernehmen ihre Aufgabe jedoch als Pflegepersonen und nicht als professionell beschäftigte Fachkräfte. In diesem Sinne handelt es sich um ein familiäres Laiensetting.
Was ist eine pädagogische Fachkraft?
Eine pädagogische Fachkraft ist eine Person, die aufgrund ihrer fachlichen Qualifikation und persönlichen Eignung befähigt ist, pädagogische Aufgaben professionell wahrzunehmen. In der Kinder- und Jugendhilfe ist das sogenannte Fachkräftegebot in § 72 SGB VIII verankert. Dort sind jedoch keine konkreten Berufe aufgeführt. Wer als pädagogische Fachkraft gilt, ist z. B. in den Richtlinien zum Betrieb einer Jugendhilfeeinrichtung geregelt. Auch Betreuungsstellen gelten als Jugendhilfeeinrichtung.
Was ist eine Betriebserlaubnis?
Eine Betriebserlaubnis ist eine Genehmigung, die ein Träger benötigt, um eine bestimmte Einrichtung der Kinder- und Jugendhilfe betreiben zu dürfen. down-up! benötigt für seine Betreuungsstellen diese Genehmigung und beantragt sie beim zuständigen Landesjugendamt, bevor ein Kind aufgenommen werden kann. Sie dient vor allem dem Schutz von Kindern und Jugendlichen und stellt sicher, dass die Einrichtung fachlich, personell und organisatorisch geeignet ist.
Warum entscheiden sich Jugendämter für familienähnliche Wohnformen mit down-up!?
Jugendämter wählen familienähnliche Wohnformen, wenn eine individuelle, beziehungsorientierte Betreuung im Interesse des jungen Menschen sinnvoll erscheint. Im Mittelpunkt stehen nicht standardisierte Abläufe, sondern passgenaue Hilfen, die gemeinsam mit dem Jugendamt entwickelt und regelmäßig überprüft werden.
Wodurch unterscheidet sich eine familienähnliche Wohnform von einer Wohngruppe?
In einer familienähnlichen Wohnform leben deutlich weniger junge Menschen zusammen als in einer klassischen Wohngruppe. Der Alltag wird gemeinsam gestaltet und bietet viele natürliche aus dem normalen Alltag heraus entstehende Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten. Feste Bezugspersonen, ein überschaubares Lebensumfeld und individuelle Begleitung schaffen stabile Rahmenbedingungen für die persönliche Entwicklung.
Wer betreut die Kinder und Jugendlichen?
Die Betreuung übernehmen pädagogische Fachkräfte, beispielsweise Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen, Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter oder Erzieherinnen und Erzieher. Sie werden von den Koordinatorinnen und Koordinatoren der down-up! Einzelfallpädagogik gGmbH fachlich begleitet und down-up! arbeitet eng mit Jugendämtern, Eltern, Schulen sowie weiteren Netzwerkpartnern zusammen.
Wie werden die Betreuungsstellen von down-up! Einzelfallpädagogik ausgewählt?
down-up! führt ein sorgfältiges Auswahlverfahren durch. Neben der pädagogischen Qualifikation werden unter anderem Beziehungskompetenz, Belastbarkeit, Reflexions- und Kommunikationsfähigkeit und geeignete Wohnverhältnisse sowie die Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit dem Träger geprüft. Ziel ist es, jedem jungen Menschen ein möglichst passendes Lebensumfeld anzubieten.
Welche Unterstützung erhalten die Betreuungsstellen?
Die Betreuungsstellen werden kontinuierlich durch die Koordination von down-up! begleitet. Regelmäßige Projektbesuche, Hilfeplangespräche, Supervisionen, interne und externe Fortbildungen sorgen dafür, dass die Fachkräfte jederzeit Unterstützung erhalten und die Qualität der Betreuung gesichert bleibt. Und sie erhalten natürlich eine adäquate finanzielle Entlohnung entsprechend einer Vollzeitstelle.
Wie lange bleibt ein Kind in einer familienähnlichen Wohnform?
Die Dauer der Betreuung richtet sich nach dem individuellen Hilfebedarf. In der Regel sind die Hilfen auf Dauer angelegt und erfahrungsgemäß bestehen lange Hilfeverläufe bis zur Volljährigkeit oder darüber hinaus.
Warum entscheiden sich pädagogische Fachkräfte für down-up!?
Die Tätigkeit als Betreuungsstelle setzt voraus, dass sie zum Lebenskonzept der pädagogischen Fachkraft und ihrer Familie passt. Der Entscheidung in Kooperation mit down-up! als Betreuungsstelle tätig zu werden, geht bei den pädagogischen Fachkräften und deren Familien ein intensiver Auseinandersetzungs- und Entscheidungsprozess voraus. Dieser wird von down-up! im Rahmen des Bewerbungsprozesses sensibel begleitet.
Es ist wichtig, dass gegenseitiges Vertrauen, Transparenz und Kooperationsbereitschaft vorhanden sind und dass deutlich ist, auch in Zeiten extremer Belastung die Tätigkeit ausüben zu wollen. Denn eine Tätigkeit als Betreuungsstelle ist kein Job, den man aufgeben kann, wenn dieser zu anstrengend wird. Es bedarf des Verständnisses, dass es gerade in diesen Situationen darauf ankommt weiterzumachen und an der Seite des jungen Menschen zu stehen. Manche junge Menschen fordern das geradezu heraus, weil sie aufgrund von Bindungsstörungen emotionale Sicherheit erst dann entwickeln können, wenn sie die Erfahrung machen, dass Grenzen getestet werden dürfen, ohne dass die Beziehung beendet wird.
In welchen Regionen bietet down-up! familienähnliche Wohnformen an?
Die down-up! Einzelfallpädagogik gGmbH mit Sitz in Wuppertal entwickelt individualpädagogische Betreuungsangebote in mehreren Bundesländern. Die Betreuungsstellen, die aktuell zumeist im Westen Deutschlands sind, werden durch pädagogische Fachkräfte in den Regionen und auch zentral durch das Team in Wuppertal begleitet.
Aktuell haben wir Betreuungsstellen in Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Baden-Württemberg und dem Saarland.